Yogastil

ॐ नमः शिवय गुरवे
सत् चित् अनन्द मूर्तये ।
निश्प्रपञ्चय शान्तय
निर आलम्बय तेजसेष ॥

oṃ namaḥ śivāya gurave
satccidānanda mūrtaye ।
niṣprapañcāya śantāya
nirālambāya tejase ॥

Ich verbeuge mich vor dem Guten in mir, dem wahren Lehrer.
Diese innere Essenz ist Wahrheit, Bewusstsein und Glück zugleich.
Immer da und erfüllt von Frieden,
ist sie von Natur aus frei und erstrahlt glanzvoll.

(Nirālamba Upaniṣad)

 

Willkommen in śivaśakti haṭha yoga

Mit śivaśakti haṭha yoga umarme ich die Jahrtausende alte philosophische Tradition und integriere die Einflüsse der Post-Moderne zu einem Yogastil, der die Lebendigkeit und Stabilität des Körpers spürbar werden lässt – und mit einer genussvollen Atmung sowie einem zentrierten Geist achtsam in die Gegenwärtigkeit eintaucht.

Diese Yogakunst ist in den Polaritäten von Shiva und Shakti verankert, deren Aspekte auf ausgewogene Art im Unterricht verschmelzen: śiva („Shiva“ – sprich „Schiewa“) manifestiert sich zentrierend, ruhig, kraftvoll, statisch, erdend,  aktivierend, anspannend und nach innen gerichtet. śakti („Shakti“ – sprich „Schakti“) wirkt entfaltend, lebendig, sanft, dynamisch, wachsend, regenerierend, entspannend und nach außen gerichtet.

Die gemeinsamen Stunden zeichnen sich durch den Fokus auf die physiologisch gesunde und feingliedrige Ausrichtung des Körpers sowie eine achtsame und genussvolle Yogapraxis aus. Auf unserem Weg hin zu einer tieferen Selbst-Verbundenheit kann sich so der Einklang von Körper, Geist und Atmung harmonisch entfalten.

Die Tradition aus tiefem Respekt umarmen

Vor der tausendjährigen Tradition der Yoga-Philosophie habe ich größte Achtung und führe in meinem Yogaunterricht die Ursprünglichkeit und die Reichhaltigkeit fort, die sich aus dem Wissen der alten Quellen des Yoga schöpft.

Mit der Ursprünglichkeit des daksnacharya tantrik niswara samkhya yoga verstehe ich mich in einer philosophischen Ausrichtung verankert, die Körper und Geist in den Mittelpunkt einer freudvollen und genießenden Yogapraxis stellt.

Meine eigene Ausbildung durfte ich durch Yogacharya Ananda Leone erfahren, der mir eine unglaubliche Bereicherung war, mein Herz und den Geist öffnete, und der die Traditionen seines eigenen Lehrers Yogamahrishi Dr. Swami Gitananda weiterführt.

„If you want to be happy – do happy things, if you want do be healthy – do healthy things. And remember: Everything is important!“ (Yogamaharishi Dr. Swami Gitananda)

Die Erkenntnisse der Moderne integrieren

Mit der Ausbildung zum Sozial- und Verhaltenswissenschaftler wurde meinen Blick für die zeitgemäßen Erkenntnisse der Psychologie und Soziologie geschult. Diese sind die Schnittstelle zwischen den Erwartungen unserer postmodernen Gesellschaft und dem traditionellen Wissen des Yoga.

Grundlegende Prinzipien von śivaśakti haṭha yoga

Die Yogapraxis integriert universelle Prinzipien der Ausrichtung des Körpers, welche im Wesentlichen aus einer feingliedrigen und lebendigen Ausrichtung von Muskulatur und Knochen bestehen. Eine liebevolle, herzöffnende Praxis steht im Mittelpunkt der dynamischen Yogastunde, die die tiefe Skelettmuskulatur kräftigt und die Atmung intensiviert:

Die muskuläre Ausrichtung „śiva“

Während der Yogapraxis erfahren die Knochen und Gelenke durch das Aktivieren der Muskeln eine besondere Stabilität und Schutz.

Von außen nach innen

In den Yogahaltungen erhöhen wir beispielsweise den Tonus der Arm- und Beinmuskulaturen, sodass sie sich schützend an die Knochen und Gelenke anschmiegen können.

Von der Peripherie zum Zentrum

Wir ziehen in den Beinen die Muskulatur von den Füßen über die Kniegelenke bis zur Körpermitte; in den Armen die Muskulatur von den Fingern bis zu den Schultergelenken, um die einzelnen Glieder in die Gesamtheit des Körpers zu integrieren.

Von den Seiten zur Mittellinie des Körpers

Die Glieder geben einen sanften Druck nach innen und adduzieren zur mittleren Linie des Körpers, wodurch ein innerer Halt entsteht.

Die organische Ausrichtung „śakti“

Nach der muskulären Aktivität strömt eine entspannende Länge durch die Knochen in die Weite.

Von innen nach außen

Wir bringen die Aufmerksamkeit von den inneren Kernlinien des Körpers in deinen äußeren Kontakt zurück.

Vom Zentrum zur Peripherie

Eine feinfühlige Energie strömt vom Becken und dem am stärksten geforderten Körperbereich in die äußeren Ränder, um ein Gefühl von Länge und Wachstum zu erfahren.

Von der Enge in das Entfalten

Innere Räume des Körpers können sich für ein Wohlgefühl von Flexibilität und Freiheit entfalten.

Rotationen in den Gelenken

Gezielte Rotationen in den Gelenken verfeinern die körperliche Ausrichtung in den Yogahaltungen.

Innenrotation

Die innere Rotation der Beine legt sich wie ein Gefühl von Weite um die Oberschenkel und das Becken. Sie schafft Raum in den Iliosakralgelenken und entspannt die inneren Leisten. Die innere Rotation der Arme schafft Weite in der Brustwirbelsäule und zwischen den Schulterblättern.

Außenrotation

Diese Rotationstechnik wird vorrangig stabilisierend verwendet.  Die äußere Rotation der Beine stabilisiert das Becken, die der Arme integriert die Schulterblätter in den Rücken und hebt den Brustkorb an.

Rotationen in den Körperachsen

Das Bewegen des Körpers in seinen Achsen unterstützt die anatomische Ausrichtung.

Fuß-Knie-Loop

Die Fersen, die Außenkanten der Füße und die Zehenballen integrieren sich in die Unterlage. Durch das Anheben der Kniescheiben stabilisiert die Oberschenkelmuskulatur die Kniegelenke und schafft eine zusätzliche Stützkraft in den Beinen.

Becken-Nieren-Loop

Die Bauchmuskulatur hebt den vorderen Beckenkamm und zentriert die unteren Rippenbögen in den Rumpf. Die Lendenwirbelsäule wird in eine innere Länge entspannt, das Steißbein taucht unter das Becken ein. Der Beckenboden ist sanft tonisiert. Das Becken wird stabilisiert und aufgerichtet.

Schulter-Kopf-Loop

Die Schultergelenke fließen auf dem Brustkorb nach hinten, die Schulterblätter gleiten nach unten und integrieren sich in den Rücken. Der Brustkorb erfährt eine innere Weite. Der Kopf wird sanft zurückgeführt und angehoben, die Halswirbelsäule entstaucht.

Ganzheitlicher Aufbau der Unterrichtsstunden (sādhana)

Jede meiner Yogastunden ist nach einem ganzheitlichen Prinzip der Übungspraxis aufgebaut und umfasst acht einzelne Schritte, die als aṣṭāṅga sādhana (achtgliedriger Übungsweg) bezeichnet werden:

mudrā (Siegel, Geste)

Das bewusste Ankommen im Unterricht und das achtsame Beobachten von Körper, Geist und Atmung. Wir ziehen unsere Gedanken zurück und schenken uns Momente des Ankommens und Zentrierens.

pūjā (Ritual)

Der Kontakt mit der inneren Einstellung und Haltung, wir beginnen mit einem kleinen Einstieg in eine meditative Phase. Dem Geist geben wir einen Fokus und der Stunde ein zentrales Thema, sodass wir neben der physischen Ebene auch die kognitiven Qualitäten in die Übungspraxis einbinden.

mantra (Klang)

Wir vokalisieren ein spezifisches Mantra, um uns auf die Übungsstunde einzustimmen, für den gemeinsamen Unterricht einzuladen und uns in der Gruppe willkommen zu heißen.

kriyā (Bewegung)

Eine lebendige Aktivierung des Körpers durch das Verbinden von Atem und Bewegung. Wir erwärmen die Muskulatur und stabilisieren die Gelenke, um gut auf die körperliche Yogapraxis vorbereitet zu sein und ein besseres Körpergefühl zu erhalten. Mal fordernd und zentrierend, mal lebendig und genüsslich.

āsana (Stellung, innere und äußere Haltung)

Der Hauptaspekt der Stunde, der den Körper in einer statisch gehaltenen Position zur Ruhe bringt und die Polaritäten von śiva und śakti mit dem Wahrnehmen von Stabilität und Leichtigkeit verschmelzen lässt.

prāṇāyāma (Atemtechniken)

Der Atem ist die Verbindung zwischen dem Körper und dem inneren Selbst. Hier stehen Übungen für die Verbesserung des Atemvolumens, der Atemwahrnehmung und deren Lenkung im Mittelpunkt. Eine wundervolle Ergänzung zu einer kraftvollen körperlichen Praxis; es lässt uns die Fülle und den Genuss der Atmung wiederentdecken.

nispanda (Entspannung)

Eine wohlverdiente Auszeit, um Körper, Geist und Seele im eigenen Zuhause ankommen zu lassen. Wir erfahren wertvolle Momente des Nachspürens, Loslassens und Regenerierens. Eine ganzheitliche Erholung auf allen Ebenen.

dhāraṇā und dhyāna (Konzentration und Versenkung)

Unsere abschließende Meditation, die den Geist achtsam nach innen schauen lässt und uns in den Kontakt mit einer zeitlosen inneren Stille bringt. Der Ausklang der Stunde lädt uns ein, deren zentrale Impluse aufzugreifen und in unser Alltagshandeln zu integrieren.