Wirkung von Yoga auf traumatisierte Menschen

In der Psychologie wird eine starke lebensbedrohliche Erschütterung als traumatisierendes Erlebnis bezeichnet. Sie sind nicht wie „landläufig“ behauptet rein psychologische „Defekte“, sondern ein komplexes Zusammenspiel von Körper und Geist. Doch wie können die Folgen von Traumen aufgelöst werden? Ist Yoga zur Bewältigung eines Traumas sinnvoll?

Trauma-Yoga-Experten sind sich einig, dass die positive Wirkung von Yoga bei traumatisierten Menschen offensichtlich ist. Yoga hilft den Betroffenen, sich aus der inneren Erstarrung zu lösen, so dass langsam ein Zugang zum eigenen Körper wachsen kann und Emotionen wahrgenommen werden können. Gerade unter Psychologen findet zunehmend die Erkenntnis statt, dass eine gemeinsame Yoga-Praxis von Therapeut und Patient nicht nur die Stimmung des betroffenen Menschen verändert, sie hilft ihm vor allem auch, die eigene Handlungsfähigkeit zurück zu gewinnen.

Yoga und Meditation können bei einer ärztlich betreuten Trauma-Therapie eine sinnvolle Rolle einnehmen. Dies zeigt sich auch darin, dass der Bund deutscher Psychologen plant, Yoga Bestandteil seines Weiterbildungskonzepts werden zu lassen.

Dabei muss es sich aber um einen Yoga, das definitiv nicht leistungsorientiert, sondern wahrnehmungsorientiert ist, handeln. Yoga im Kontext von Trauma-Therapie führt die Betroffenen gezielt in ein schrittweises Wahrnehmen und Loslassen, um zu gewährleisten, dass der Kontakt zum Körper hergestellt wird. Dabei nimmt die Zwerchfellatmung und die Vollatmung eine große Rolle ein. So wie auch der Beckenboden durch ein Beckenbodentraining bewusst und zugänglich gemacht wird. Zwerchfell und Beckenboden sind Vitalzentren im Körper, die bei Betroffenen meist angespannt und verspannt sind. Tägliche Meditation ist der Schlüssel, um in Kontakt mit unseren eigenen Heilungsmechanismen zu kommen und Schritt für Schritt Ängste, Anspannung und Schmerz aufzulösen.

Die positiven Ergebnisse sind eindeutig und oft verblüffend für die Betroffenen. Yoga leistet einen guten Beitrag für eine Stabilisierung im Rahmen der Trauma-Therapie, denn es hilft, Erregungszustände zu mildern und wieder mehr Selbstkontrolle über das Denken, Fühlen und Handeln zu gewinnen.

Weitere Informationen hierzu hat der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland zusammengestellt. Pressemitteilung des BDY zur Erbgutschädigung durch Traumen

Inhaltsquelle: (c) BDY e.V.